Kaffeehaus - Konditorei - Confiserie

Historie des Kaffeehauses und der Konditorei Ratsstüble

...ein Auszug aus dem privaten Notizbüchlein der Genovefa Hildenbrand aus den Jahren 1847–1910 beschreibt anschaulich wie alles begann. Die Aufzeichnung beginnt mit folgender Eintragung:

»Den 3. Dezember mein Hochzeittag mit Anton Hildenbrand von Waldshut.«

Genovefa war 21 Jahre alt, als sie den sieben Jahre älteren „Zuckerbäcker und Conditor“ Anton Hildenbrand heiratete. Sie wohnten in dem damals noch ungeteilten Haus zwischen Rathaus und „Lamm“. Als Anton Hildenbrand im März 1874 starb, führten die Witwe und ihre Tochter Stefanie das Geschäft weiter. Nach Stefanies Hochzeit und Wegzug (ca. 1880) wurde das Geschäft an den Conditor Paul Marder verkauft.

1890 wurde das Haus geteilt und Genovefa bekam endlich ihr eigenes Stiegenhaus. Das Erdgeschoß ihres Hausteils vermietete sie an den Manufakturwarenhändler Jakob Wolf. Am 6. August 1910 starb die „Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Genovefa Hildenbrand geb. Keller nach längerem, schwerem Leiden, im Alter von 84 Jahren.“

Der Sohn von Paul Marder, Eugen Marder übernahm nach dem Ersten Weltkrieg Konditorei und Café. In den Inflationsjahren musste er die Immobilie an die Lebensmittelgroßhandlung Wassmer & Rothenhäusler, Waldshut verkaufen. Aber auch als Pächter hatte er keinen wirtschaftlichen Erfolg. Ende 1924 wurde das Pachtverhältnis mit Wassmer & Rothenhäusler aufgehoben und der Kaufmann Hans Wassmer führte für kurze Zeit das „Café Ratsstüble“ ehem. „Café Marder“. Bereits im März 1926 reichte der Konditormeister Alfons Herzog ein „Gesuch um Erlaubnis zum Betrieb des Café Ratsstüble in Waldshut“ ein, dem vom Bezirksamt auch prompt entsprochen wurde. Nach der Trennung von ihrem Mann Alfons führte Lina Herzog das Ratsstüble alleine weiter, ab August 1939.

Aus einem Gesuch der Lina Duffner vom Mai 1948 – Lina Herzog hatte inzwischen Rudolf Duffner geheiratet – um Erteilung der Konzession zur Führung des Ratsstüble geht hervor, dass das Pachtverhältnis mit dem bisherigen Pächter, Konditormeister Arnulf Thurner, zum 1. August 1948 aufgelöst wurde. Rudolf Duffner übernahm mit seiner Frau Lina ab 4. August 1948 den Betrieb wieder selbst.

Offenbar hat Arnulf Thurner 1955 das Ratsstüble noch einmal von Frau Duffner gepachtet. Wann das Pachtverhältnis endete, ist unklar. Ab Dezember 1968 jedenfalls betrieb der Bäckermeister Max Braun das Ratsstüble. Nachdem er in Wehr Pächter einer Bäckerei gewesen war, erwarb er 1955 Bäckerei und Café Mülhaupt in Erzingen. Im Ratsstüble folgte ihm 1981 sein Sohn Herbert Braun.

Seit Oktober 2001 führen Jörg und Silke Holzbach das Kaffeehaus Ratsstüble.